360 Kilometer für Schützling Sebastian!

17.08.2017

Der Ultra-Trail-Läufer Mike Breit stellt sich einer neuen Herausforderung.

Die Herausforderung:

Mike Breit versucht, in 4 Tagen von Passau über den Donauradweg nach Guntramsdorf (8 Kilometer südlich von Wien) für einen guten Zweck zu laufen und legt dabei täglich 90 Kilometer zurück.

Sein Projekt startet Mike zusammen mit der Unterstützung von "Laufend Helfen" für den Schützling Sebastian.

Sebastian ist 8 Jahre alt und leidet seit seiner Geburt unter dem Angelman-Syndrom.

Geschichte von Sebastian:

Sebastian ist ein sehr lieber und aufgeweckter Junge. Er leidet seit Beginn seiner Geburt an einem Gendefekt, der sich Angelman-Syndrom nennt.

Das bringt körperliche als auch geistige Einschränkungen mit sich. Die stetigen Schlafstörungen und die immer wieder aufkommende Epilepsie sind eine sehr große Plage für den kleinen Jungen.

Mit einer Ernährungsumstellung und Medikamenten hat Sebastians Mama Doris diese Epilepsie-Anfälle unter Kontrolle.

Doris ist alleinerziehend und berufstätig. Sebastian geht in die Hans-Radl-Schule in Wien und bekommt zwei Mal die Woche Unterstützung einer Familienhelferin der Caritas.

Sebastian erhält neben Physiotherapien auch Schwimm- und sensorische Integrationstherapien.

Leider werden diverse Betreuungskosten, Nahrungsergänzungsmittel und Therapiekosten, die für Sebastians Entwicklung sehr hilfreich sind und die er braucht, nicht von der Krankenkassa übernommen.


Und so erging es Mike bei seinem Vorhaben:

Etappe 1 - 13.08.2017

Erfolgreich geht der Tag zu Ende.

Um 9:20Uhr in Passau angekommen, bin ich nach 10Min auch schon los gelaufen.
Anfangs irrte ich im Ort herum und suchte die Donau. Nach kurzer Zeit fand ich sie.
Entlang dem Radweg R1 gings Richtung Grenze. Stetiges Überholen von motivierenden Radfahrern war an der Tagesordnung.
Die ersten 5Km lief ich dem Regen davon und fand mich sofort in mein Tagestempo ein.
Nach gut 28Km kam ich zur österreichischen Staatsgrenze und machte meine erste kurze Pause nach Km30 mit einem Schnittlauchbrot und einem Radler.
Anschließend machte ich mich wieder auf den Weg. Die Kilometer rannten so an mir vorbei.
Immer wieder wurden Radfahrer langsamer und sagten zu mir: "Dich hab ich ja in Passau gesehen, wie weit läufst du?"
Ich erzählte ihnen von meinem Projekt und ein paar Leute bekamen auch einen Flyer von mir.
Nach 70Km fingen mich Sebastian und Doris in Aschach ab. Wir tranken, aßen und plauderten ausgiebig.
Vielen Dank nochmals für die tolle Stärkung mit Kornspitz und Gatorade.
Danach machte ich mich auf die letzten Kilometer nach Ottensheim auf.
Dann passierte es. Ich lief nicht der Routenführung meiner Uhr, sondernden  Radwegtafeln und anderen Radfahrern nach. Mal links, mal rechts und entfernte mich dadurch immer weiter von meiner geplanten Route und hatte mich verlaufen.
Aber ich konnte den richtigen Weg nach 4Km wieder finden.
Mein Ziel war es vor der Dunkelheit beim Donauhof im Ottensheim anzukommen.
Ich habe es auch geschafft!

Im Donauhof angekommen überraschte mich das Personal mit Pizza, Radler, Bier und Salat. Die Pizza war aus italienischer Hand und schmeckte ausgezeichnet. Ich fühlte mich richtig tutto kompletti puddl wohl.
Die Donauhof Chefin überraschte mich mit der Unterstützung des Projektes, indem ich die Übernachtung nicht zahlen musste, ebenso wurden die Getränke und der Salat vom Donauhof übernommen
Vielen Dank auch für die tolle Unterstützung!

#AnningerTrailRunningTeam
#Omotion
#LaufendHelfen
#Wemove
#LauftreffVösendorf
#ViennaCharityRun
#PassauGuntramsdorf
#Sebastian
#Charity

Auf gings ins die zweite Etappe.... 🖐

65Km noch bis Ybbs.....
Next Step Mauthause in 20Km....

Fast 40Km auf der Uhr....es ist warum und hab tolle Unterstützung vom Lauffreund Killi bis Mauthausen bekommen.
Jetzt kurze Rast mit einem Radler, dann gehts weiter.....

Nach über 75Km großteils in der prallen Sonne, Erste Hilfe leisten eines leider gestützten kleinen Junges hab ich mich heute auf nichts mehr gefreut, als auf DIESE Tafel.
Noch ca 19Km vor mir (+4Km mehr), dann hab ich auch die zweite Etappe gemeistert.

Etappe 2 - 14.08.2017

Hart, heiß, hart....
Hab ich schon heiß gesagt???

Heute lief ich um kurz nach 6Uhr los, um etwas früher im Hotel "Wohnen beim Bäcker" in Tulln anzukommen.
Der Beginn war pinguinhaftes und verkrampftes watscheln, statt laufen.
Nach 10Km kam ich in Linz an und suchte vergebens ein Kaffeehaus um etwas zu frühzustücken.
Nach 30Min Suche, quer durch Linz fand ich einen Spar und holte mir einen Eiskaffee und Semmeln.
Nachdem ich fertig gefrühstückt hatte lief ich weiter. Nach und nach lief es immer besser.
Nach knapp 50Km fand mich Killi und begleitete mich nach und durch Mauthausen. Anschließend gingen wir noch auf einen Radler.
Kurz danach rief jemand von hinten: "na, geht des ned schneller?" gg
Das war Werner von den Vienna Trail Runners der am Rennrad unterwegs nach Ybbs war. Auch mit ihm plauderte ich ein wenig.
Ich entschied mich heute auf der linken Seite der Donau zu laufen. Leider war ich den ganzen Tag der prallen Sonne ausgesetzt. Auf der rechten Seite sah ich viele Radfahrer die im Schatten fuhren.
In Wallsee entschied ich mich am anderen Ufer zu laufen. Nach kurzer Zeit entpuppte sich auch dies als Fehlentscheidung. Diese Strecke war gleich mal 4Km länger und ebenso der Sonne ausgesetzt.
Leider ist ein kleiner Junge mit seinem Fahrrad gestürzt und ich half Erste Hilfe zu leisten. Leider war der Sturz so schwer dass die Rettung kam. Nach fast einer Stunde Wundversorgung und Hilfe Leistung konnte ich - nachdem die Familie von der Rettung abgholt wurde - weiter laufen.
Meine Motivation war vollkommen im Keller.
Nach 70Km fand ich ein kleines Wirtshaus, wo ich mich mit einem Radler, Tomatensuppe und Spaghetti für die letzten Km stärkte.
Kurz danach stoppten mich Markus, Sandra und Sohn Elias von Laufend Helfen. Es war eine riesen Überraschung und ich freute mich riesig, sie zu sehen.
Sie gaben mir für die letzten Km nochmals viel Kraft mit.
Nach über 11 Stunden Laufzeit kam ich nun nach 93Km um kurz nach 20Uhr in Ybbs an.

Nachdem ich duschen war und meine Sachen für Morgen vorbereitete kann ich endlich schlafen gehen.
Morgen erwartet mich wieder ein sehr harter und schwerer Tag.

#AnningerTrailRunningTeam
#Omotion
#LaufendHelfen
#Wemove
#LauftreffVösendorf
#ViennaCharityRun
#PassauGuntramsdorf
#Sebastian
#Charity

Nach über 180Km der letzten 48 Stunden geht es in die Vorletzte Etappe....
Heute sollten 87Km am Plan stehen. Hoffentlich werdens heut nicht mehr.

Jetzt hab ich die beste Motivation bekommen, die ich mir für den schweren Tag vorstellen kann 😍😘
Auch meine Schwester begleitet mich ein kleines Stück. 💪
Jetzt gibt was zum Essen!

Next Step....

Etappe 3 mit vieeeeel Unterstützung heut geschafft!!!!!!

Etappe 3 - 15.08.2017

Ja, es war schwer.
Ja, ich spielte mit dem Gedanken aufzuhören.
Ja, ich trinke gerade mein Bier.

Die Angst vor der 3. Etappe war groß und dies merkte ich schon auf den ersten 20Km. Ich spielte mit dem Gedanken aufzuhören und meine Emotionen spielten heut verrückt.
Plötzlich überraschten mich mein Schatz und mein Zwerg. Beide in die Arme genommen wollte ich sie nicht mehr los lassen.
Nach kaum 10Minuten kamen meine Schwester und Schwager ebenso vorbei.
Es tat gut, dass ich sie alle sah.
Meine Schwester begleitete mich auch ein Stück bevor wir etwas zu Mittag aßen.
Laufgewand ausgetauscht, Reserven gefüllt machte ich mich weiter auf den Weg durch die Wachau.
Plötzlich bekam ich den nächsten Besuch. Mit großer Begleitung durch Räder machten wir uns durch die Weinberge der Wachau.
In Krems/Mautern angekommen trennten sich 20Km vor Traismauer unsere Wege.
Als ich auf den letzten Kilometern mit mir kämpfte kamen Sandra, Elias und Markus nochmals vorbei und peitschten mich ins Hotel.

Vielen Dank euch Allen für die tolle Unterstützung, die Kraft für die heutige Etappe und den tollen Zuspruch.

Morgen steht der Längste Weg an - 93Km quer durch die Großstadt.
Ich werde versuchen gegen 19Uhr am Rathausplatz in Guntramsdorf einzulaufen.

#AnningerTrailRunningTeam
#Omotion
#LaufendHelfen
#Wemove
#LauftreffVösendorf
#ViennaCharityRun
#PassauGuntramsdorf
#Sebastian
#Charity

Auf gehts mit großem Respekt auf die Etappe 4.....ab nach Hause.
Freu mich schon auf meine zwei Schätze!

Nach 15Km Zwentendorf an der Donau erreicht.....

In Tulln angekommen....60Km bis Finish und die 300Km Marke geknackt.

Nachdem mich Sandra durch Tulln motivierte, hab ich jetzt Martin und Alex als Motivation bis Klosterneuburg.

Bin bei Km 41 und es läuft....

Km 51 und Klosterneuburg erreicht 🤗🤗🤗
Jetzt gibts dann Mittagspause.

Nach 53Km und leckerem Essen in Klosterneuburg gehts weiter nach Wien. Bei Greifenstein hatte ich eine Noterklärung mit der Polizei 😂
Lauffreund Luki hat mich abgestoppt um mich zu sehen 💪👍 vielen Dank für deinen Besuch.
Ebenso Omotion Papa Michi ist extra zum Essen vorbei gekommen 😍

Es wird sich ausgehen, dass ich um 19Uhr am Rathausplatz in Guntramsdorf einlaufen werde.
Ich geb Gas!!!!

HEPAAAAA
Es is fix!!!!
Ich bin nimma in Niederösterreich 😂

35Km to go......

Und lt. Rechung geht sichs aus, dass ich um 19Uhr am Rathausplatz einlaufe!!!

Die letzten Km stehen an und es ist härter als Hart....

ICH HABE ES GESCHAFFT!
ICH HABE ES TATSÄCHLICH GESCHAFFT!

Ich kanns immer noch nicht glauben. Ich werde ein paar Tage brauchen, um es erst mal zu realisieren was ich vollbracht habe.

So einen Tag wie heute habe ich noch nie erlebt. Nicht nur, dass es die letzte Etappe war, sondern so viele "extreme" Höhen und Tiefen hintereinander ließen meine Emotionen hoch kochen.

VIELEN HERZLICHEN DANK AN ALLE, DIE AN MICH GLAUBTEN. VIELEN HERZLICHEN DANK AN ALLE, DIE MICH UNTERSTÜTZTEN.
VIELEN VIELEN VIELEN DANK AN ALLE, DIE DAS PROJEKT FÜR SEBASTIAN  UNTERSTÜTZTEN UND SPENDETEN.
VIELEN VIELEN DANK AN MEINEN SCHATZ, MEINEN SOHN, FAMILIE, FREUNDE, BEKANNTE UND FANS, DIE MIR DIE NÖTIGE KRAFT FÜR DIE LETZTEN 4 TAGE LIEFERTEN UND ALL DAS ERMÖGLICHT HABEN.

#AnningerTrailRunningTeam
#Omotion
#LaufendHelfen
#Wemove
#LauftreffVösendorf
#ViennaCharityRun
#PassauGuntramsdorf
#Sebastian
#Charity

Etappe 4 - 16.08.2017

Ein langer, harter, brutaler und sehr emotionaler Tag geht zu Ende!

Lange rechnete ich mir aus, wie lange ich für diese Etappe brauchen werde.
Ich entschied mich, so früh wie möglich loszulaufen. Um 3Uhr war auch Tagwache. Kurzes Frühstück und ab auf die Piste. Leider navigierte mich meine Uhr in ein unbekanntes Feld, wovor ich etwas Angst in der Nacht hatte.
Nach kurzem Überlegen, entschied ich mich für die längere Route auf der Landstraße von Ort zu Ort .
3-4Km mehr als geplant auf der Uhr kam ich nach Zwentendorf, gleich weiter auf dem Radweg nach Tulln.
Wie ausgemacht, kam ich um 8Uhr in Tulln an, wo ich Sandra und Elias traf, die mich begleiteten.
Es tat gut Unterstützung zu bekommen. In Langenlebarn angekommen lernte ich Martin kennen. Anfangs irritiert, ob ich mich nicht überpace, waren wir gleich auf einer Wellenlänge. Er passte sich sehr gut an und unterstütze mich riesig.
Plötzlich tauchte Alex mit dem Rennrad auf und lief kurze Zeit drauf Barfuß neben mir her.
In Greifenstein angekommen spendierte uns der Wirt eine Runde Bier und Radler. Kurze Zeit drauf ging es weiter nach Klosterneuburg.
Mein Ziel war es um die Mittagszeit anzukommen. Geschafft!
Wir aßen miteinander zu Mittag. Danke nochmals für die Einladung!
Dann machte ich mich allein auf dem Weg nach Wien. Top Motivert kam ich auch in Nußdorf an für ein Selfie.
Sowie ich das Foto schoss, war meine Motivation im Eimer.
Quer durch Wien war eine Riesenqual für mich. Ich kämpfte mich Meter für Meter voran.
Im 23.Bez setzte ich mich auf einen Stein und rief meinen Schatz an. "Es ist vorbei"
Nix ging mehr. Durch das Gespräch mit meinem Schatz kämpfte ich mich nach Vösendorf durch.
Tränen in die Augen kämpfte ich mich Richtung Biermannsdorf, wo mich Silvia und Roman abfingen.
Ich habe neue Motivatoren bekommen!
Wir machten die letzten Kilometer zusammen. Mein Ziel?!
Beim Teichheurigen in Guntramsdorf einen Spritzer zu trinken. Geschafft!
Dann ging es auf die letzten Meter ins "Ziel" vom Rathausplatz.
Von weiten hörte ich sie schon schreien und pfeiffen.
Mir stiegen die Tränen in die Augen, riss meine Arme nach oben und nahm meine Familie in die Arme.
Es war ein sehr emotionaler und bewegender Zieleinlauf.
Kein Lauf, kein Bewerb war so ergreifend  für mich wie dieser Moment.
Die Strapazen für meinen Schützling nahm ich mit Ehre auf mich und konnte sie mit Stolz umsetzen.

Am Tag danach kann ich immer noch nicht fassen, was ich geschafft habe. Für mich ist es eine unbeschreibliche Geschichte.
Ich werde die nächsten Tage versuchen alle 4 Etappen in Worte zu fassen und nieder zu schreiben.
Obwohl ich schon ein paar Ultras machte, was dies wieder eine völlig neue Erfahrung für mich.

Ich möchte mich bei ALLEN herzlich bedanken. Meine Familie, Freunde, Bekannte und Fans die mich herzlichst im Ziel empfingen!

Danke an meinen Schatz, dass ich mein Ziel vor Augen umsetzen konnte. Danke an meine Familie die immer hinter mir steht und mich auffängt.
Danke Euch allen, die mir jede Minute und Sekunde Mut und Motivation zusprachen.
Danke an alle Unterstützer, die mich auf meinem Weg begleiteten.

WIR GRATULIEREN DIR MIKE VON GANZEM HERZEN ZU DIESER UNGLAUBLICHEN LEISTUNG!!!